OStR Mag. Dr. Harald Hitz verstorben

Der Waldviertler Heimatbund hat die traurige Nachricht vom plötzlichen Ableben von OStR Mag. Dr. Harald Hitz erhalten. Er ist am 10. März 2024 verstorben.

Harald Hitz studierte Geschichte und Geographie in Wien und unterrichtete am Waidhofner Gymnasium. Er war langjähriger Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Geographie und Wirtschaftskunde an den AHS Niederösterreichs und Mitautor zahlreicher Geographie- und Wirtschaftskunde-Lehrbücher für verschiedene Schularten. Hitz war Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und Träger des Silbernen Ehrenzeichens des Heiligen Hippolyt.

Von 1991 bis 2020 war Harald Hitz Herausgeber der Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes. Der erste Band, den Harald Hitz betreute, war dem legendären Räuber Johann Georg Grasel gewidmet. Zudem verfasste er zahlreiche Beiträge und Rezensionen.

Zum 70. Geburtstag wurde ihm vom Waldviertler Heimatbund eine Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ gewidmet.

Wir danken für seine ehrenamtliche Tätigkeit und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Zum Kondolenzbuch

Frühjahresexkursion des Arbeitskreises für Hausforschung – Regionalgruppe Österreich in Kooperation mit dem Waldviertler Heimatbund in das UNESCOWelterbe „Kulturlandschaft Wachau“


Am Freitag, 26. und Samstag, 27. April 2024 findet die diesjährige Frühjahrsexkursion der wissenschaftlichen Forschungsgesellschaft „Arbeitskreis für Hausforschung – Regionalgruppe Österreich“ in Kooperation mit dem Waldviertler Heimatbund zum Thema „Mittelalterliche Kirchendächer in Schwallenbach, Maria Laach am Jauerling, Leiben und Melk“ statt. Aufgrund des großen Erfolgs vom Vorjahr und der ungeheuren Dichte an baukulturellen Schätzen findet die Frühjahrsexkursion wieder im UNESCO-Welterbe „Kulturlandschaft Wachau“ statt. Das diesjährige Thema steht im Fokus mittelalterlicher Kirchendächer. Diesmal werden am Samstag, im Rahmen einer Busexkursion, die (spät-)gotischen Kirchen und deren dendrochronologisch datierten Dachstühle in Schwallenbach (1414/1415d), Maria Laach am Jauerling (Chor: 1424d, Langhaus: 1499d bzw. 1521d), Leiben (1549d) und Melk (Chor: 1436d, Langhaus: 1474d) besichtigt. Auch in diesem Jahr wird die Exkursion durch den zuständigen Referenten für baukulturelle Angelegenheiten im UNESCO-Welterbe, der Niederösterreichischen Baudirektion, Mag. Dr. Peter Aichinger-Rosenberger begleitet.

Am „Anreisetag“ am Freitag wird ein vielseitiges Abendprogramm geboten. In Spitz erfolgt um 17 Uhr der Besuch des Schifffahrtsmuseums, in dessen Ausstellung auch der Bauholz- bzw. Floßholztransport auf der Donau thematisiert wird.

Weiters werden im Rahmen eines Spazierganges der sogenannten Pastorenturm am ehemaligen evangelischen Friedhof und die Ruine der evangelischen Schlosskirche besichtigt.

Den Höhepunkt stellt eine Kurzführung im Schloss sowie die Besichtigung eines Teils des Spitzer Marktarchivs durch den ehrenamtlichen Spitzer Archivverantwortlichen Lucas Nunzer dar.

Mehr Informationen bzw. das Formular zur Anmeldung finden sie zum Download auf der Website des Arbeitskreis für Hausforschung – Regionalgruppe Österreich unter: www.ahf-oesterreich.at.

Stimmen zum Buch: Josef Höbarth (1891–1952): Fährtenleser im Waldviertel

Und verschlungen kontrovers sind auch die Korrespondenzen und die Annäherungs- oder Abgrenzungsversuche des Bundesdenkmalamtes damals wie heute in ähnlichen Fällen. Das Buch stellt somit auch ein Stück Institutionen- und Zeitgeschichte mit vorzüglicher Quellenbenutzung durch Distelberger dar. […] Das Buch ist da, es ist spannend zu lesen und gut zu benützen.

Bernhard Hebert

Höbarth mag vielleicht kein einfacher Zeitgenosse gewesen sein, doch wäre er in der heutigen Zeit mit ihrer im Umbruch befindlichen Forschungslandschaft durchaus gut aufgehoben, da sich viele Institutionen derzeit zu Bürgerbeteiligung und Citizen Science verpflichten und engagierten Laienforschern wie ihm enorm viele Kenntnisse zu verdanken haben.

Oliver Fries

Zugute zu halten ist Distelberger aber, dass er wie sein „Held“ Höbarth versucht, das breitgestreute Fundmaterial „interpretationsoffen“ für unterschiedliche Schlussfolgerungen darzubieten.

Thomas Soxberger

Das Buch ist um 34 Euro im Shop zu erwerben

Neues Heft der Zeitschrift erschienen!

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich im Waldviertel Papiererzeugungsbetriebe an und so entstanden Papiermühlen in Rosenburg am Kamp (um 1660), in Kautzen (um 1670), in Raabs an der Thaya (vor 1690) und in Oberbrühl bei Weitra (1697). Der Kremser Stadtarchivar Daniel Haberler-Maier widmet sich in seinem Beitrag der Papiermühle in Rehberg. Sie wurde von 1703 bis 1852 betrieben. Heute noch kann Papier aus der Rehberger Mühle vor allem bei Verwaltungsschriftgut nachgewiesen werden.

Josef Haidvogl setzt sich mit der Frage auseinander, ob es denn einen typischen Waldviertler Familiennamen gibt. Im Besonderen begibt er sich auf die Suche nach der Bedeutung des Familiennamens „Haidvogl“. Wenn seine Überlegungen stimmen, so wäre Haidvogl vielleicht einer der ältesten Berufsnamen.

Über die Wallfahrt zum „Blauen Herrgott“ von Kirchschlag im Bezirk Zwettl berichtet Hermann Maurer. Er präsentiert aus seiner Sammlung drei Bilder aus dem 19. Jahrhundert. Ein Bild eines Gebetszettels zeigt auch, dass ein damals bedeutender Verlag bereit war, Andachtsbilder für die Kirchschlager Wallfahrt herauszugeben.

„Auf leiser Sohle überraschend schnell“. Diesen Titel würde man nicht für einen Beitrag über Schnecken vermuten. Alexander und Peter L. Reischütz behandeln das Auftreten der Gefleckten Weinbergschnecke. Diese gilt in der Europäischen Union nicht als eingeschleppte Tierart, wird aber weltweit als Schädling gefürchtet. In Österreich wurde ihre Ankunft und ihre Ausbreitung weitgehend ignoriert. In Horn hat diese Schneckenart ihr Verbreitungsgebiet innerhalb von drei Monaten um fast 300 Meter erweitert – „überraschend schnell“.

Walpurga Oppeker beschäftigt sich mit dem Kalvarienberg zu Eggenburg. Sie bettet das Ensemble in das Geschehen der Zeit ein. So ist die Heiliggrabkapelle ein damals weit verbreiteter Nachbau des Heiligen Grabes der Grabeskirche in Jerusalem. Der Kreuzweg hat aber schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeuutung verloren, als mit der Aufforstung des Berges die touristische Nutzung in den Vordergrund rückte. Heute sieht man durch die Bewaldung des Berges nur noch die ersten Stationskapellen und der alte Weg ist durch die Bahntrasse unterbrochen.

In einem Nachruf gedenkt Reinhard Preissl dem verstorbenen Lehrer, Bürgermeister und Heimatforscher Werner Neuwirth. Er arbeitete in zahlreichen Initiativen und Vereinen mit, im Kultur- und Museumsverein, bei der Waldviertel Akademie, der Arbeitsgemeinschaft „Pro Waldviertel“ und beim Waldviertler Heimatbund. Kulturberichte aus dem Waldviertel, Buchbesprechungen und die Mitteilungen des WHBs runden das 128 Seiten starke Heft ab. Ein Heft „Das Waldviertel“ 3/2023 kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

OStR Mag. Werner Neuwirth verstorben

Der Waldviertler Heimatbund hat die traurige Nachricht vom plötzlichen Ableben von Werner Neuwirth erhalten. Er starb am 4. Juli im 76. Lebensjahr im Landesklinikum Horn an seinen Verletzungen nach einem Sturz. Zuvor besuchte er noch die Tagung zur Gegenreformation in Horn.

Werner Neuwirth studierte Deutsch sowie Geschichte und unterrichtete an der Bundeshandelsschule und Bundeshandelsakademie Waidhofen. In seiner Heimatgemeinde Thaya war er auch politisch tätig, als Gemeinderat, Gemeindeparteiobmann und Bürgermeister.

Er arbeitete in zahlreichen Initiativen und Vereinen mit, im Kultur- und Museumsverein, bei der Waldviertel Akademie, der Arbeitsgemeinschaft „Pro Waldviertel“ und beim Waldviertler Heimatbund. 2022 erschien noch sein Aufsatz „Kelten, Slawen und die Herren von Raabs, die auch Burggrafen von Nürnberg waren, im nordwestlichen Thayatal. Das herrschaftliche Zentrum Raabs und das Wirtschaftszentrum im Bereich der Siedlungskammer Thaya“ in der Zeitschrift das Waldviertel.

Werner Neuwirth war auch in der Redaktion der Zeitschrift für die Kulturberichte des Bezirks Waidhofen an der Thaya zuständig. Wir danken für seine ehrenamtliche Tätigkeit und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Heftpräsentation in Eggenburg – eine gelungene Überraschung!

Das Krahuletz-Museum Eggenburg bot am 27. Juni den idealen Rahmen, um den langjährigen Direktor , Johannes M. Tuzar, hochleben zu lassen. Aus Anlass seines 65. Geburtstages und seiner Pensionierung Anfang dieses Jahres wurde von Freund*innen und Weggefährten ein Würdigungsband in der Zeitschriftenreihe „Das Waldviertel“ (Das Waldviertel 2/2023, 72. Jahrgang) herausgegeben, der bei dieser Gelegenheit vom Redaktionsleiter Markus Holzweber präsentiert wurde.

Kernstück des Bandes ist die Laudatio des Jubilars als „Archäologischer Glücksritter“, die gesammelten Beiträge mit Schwerpunkt Waldviertel decken eine große Spannbreite von Sammlungsobjekten des Krahuletz-Museums über Archäologie und Geologie des Waldviertels bis zu historischen Museumsmöbel und kulturgeschichtlichen Themen ab.

Im Festvortrag präsentierte Franz Pieler eine Neuinterpretation des Fundorts Roggendorf-Steinleiten der Aunjetitzer Kultur. Viele Funde der damaligen Ausgrabung konnten in den Museumsbeständen aufgefunden und zum Teil neu zugeordnet werden.

Im Anschluss übergaben Markus Holzweber (Waldviertler Heimatbund), Susanne Stökl (Direktorin Krahuletz-Museum) und Gerhard Dafert (Obmann der Krahuletz-Gesellschaft) das neue Heft an Johannes M. Tuzar

Präsident Univ.-Prof. Dr. Thomas Winkelbauer mit Nicolas Neumeister, Vizepräsidentin MMag. Bettina Marchart und Vizepräsident Harald Winkler Fotos: Karlheinz Hulka

Jahreshauptversammlung in Gars am Kamp

Am 7. Mai lud der Waldviertler Heimatbund (WHB) zu seiner alljährlichen Jahreshauptversammlung, die diesmal in Gars am Kamp stattfgefunden hat.
Präsident Thomas Winkelbauer berichtete über die zahlreichen Aktivitäten. Als neueste Publikation in der Schriftenreihe ist der Band über „Josef Höbarth“ erschienen. Auch die Zeitschrift „Das Waldviertel“ erschien pünktlich vier Mal im Jahr. Abgerundet wurde die Versammlung des Waldviertler Heimatbundes mit einer Führung durch die Burg Gars mit Oliver Fries, Kurt Salzer und Martin Obenaus.

Nicolas Neumeister erhielt für die beste Vorwissenschaftliche Arbeit (AHS) zum Thema „Die Entwicklung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzens der Franz-Josefs-Bahn seit 1995“ den „Waldviertel Preis 2022“ des  Waldviertler Heimatbundes (WHB).

Bei der Gelegenheit: Einreichungen für den „Waldviertel Preis 2023“ sind noch möglich!

Buchpräsentation „Josef Höbarth“ am 15. Dezember im Museum Horn

Anlässlich des 70. Todestages fand am  15. Dezember 2022 um 16.30 eine Kranzniederlegung am Friedhof Horn statt.

Daran anschließend wurde das neue Buch von Anton Distelberger „Josef Höbarth (1891-1952) – Fährtenleser im Waldviertel“ im Museum Horn präsentiert.

Nach Buch- und Projektvorstellung durch Präsident Univ.-Prof. i.R. Thomas Winkelbauer und die Herausgeberinnen der Schriftenreihe, Mag. Marlene Müllner und Mag. Doris Gretzel, beschäftigt sich Dr. Franz Pieler in einem Festvortrag mit Josef Höbarth im Kontext der archäologischen Forschungsgeschichte des Waldviertels.

Im Anschluss daran konnten die ersten Exemplare erworben werden. Das Buch kann auch über den Shop bezogen werden.

Zur Leseprobe aus dem ersten Kapitel

 

Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2022) mit einem Schwerpunkt zur Waldviertel-Bibliothek

Karlheinz Hulka stellt die Waldviertel-Bibliothek im Museum Horn vor, die 1990 aus der Vereinigung der Museumsbibliothek mit der Bibliothek des Waldviertler Heimatbundes entstanden ist. Die Bestände der Bibliothek des Waldvierteler Heimatbundes wurden hauptsächlich mittels Buchschenkungen aufgebaut und befanden sich ab ungeführ 1950 in Krems. Heute umfasst der gesamte Bücherbestand rund 16.600 Datensätze, der kontinuierlich erweitert wird. Das Sammelgebiet konzentriert sich auf mit dem Waldviertel direkt zusammenhängende Werke und Veröffentlichungen.

Über die „WHB-Datenbank“ berichten Ivan Božić, Diana Davit, Christian Erlinger, Thomas Havelka, Markus Holzweber, Mirko Kosović und Sally Othman. Dieses Gemeinschaftsprojekt wurde mit Studierenden an der Fachhochschule des BFI Wien und dem Waldviertler Heimatbund umgesetzt. Die Autorinnen und Autoren beschreiben darin die Umsetzung des Projekts, das von der Fachhochschule bei einer Projektvernissage mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde. Die Online-Bibliotheksrecherche des WHB umfasst nunmehr die Bestände der Waldviertel-Bibliothek und die Artikel der Schriftenreihe sowie der Zeitschrift „Das Waldviertel“. Sofern Volltexte als PDF vorhanden sind, wird direkt auf diese verlinkt. Für geschichtlich Interessierte konnte nun eine einheitliche Suchmöglichkeit geschaffen werden, die derzeit 20.733 Einträge umfasst.

Der Zwettler Stadthistoriker Friedel Moll widmet sich der turbulenten Zeit der Zwischenkriegszeit in Zwettl. Aus der Gemeinderatswahl vom 12. März 1933 gingen nämlich die Nationalsozialisten als klare Sieger hervor. In der ersten Sitzung des neugewählten Gemeinderats wurde der Rechtsanwalt Dr. Franz Beydi gewählt, der seit 1931 Mitglied der NSDAP war. Unter seinem Vorsitz fanden zwei Gemeinderatssitzungen statt. Nach Anschlägen der Nationalsozialisten wurden diese in Österreich verboten. In der überwiegend konservativ eingestellten Stadt Zwettl folgte der Sozialdemokrat Josef Pexider als Bürgermeister nach. Auch er hatte keine lange Amtszeit, wurde er doch im Februar 1934 verhaftet und in das Anhaltelager Wöllersdorf eingeliefert.

Elisabeth Wögenstein widmet sich dem Thema Migration während des Ersten Weltkriegs. Vor mehr als 100 Jahren, im Herbst des Jahres 1914, wurden große Sammellager in Niederösterreich zur Unterbringung von etwa 30.000 Kriegsflüchtlingen, etwa aus Galizien, angeordnet. Gmünd bot hier mit dem Bahnknotenpunkt eine ausgezeichnete Lage. Hier wurden die ruthenischen Flüchtlinge untergebracht, mit Nahrung und Medikamenten versorgt und unterrichtet. Das Leben im Lager war aber keine Idylle, tausende Menschen starben an Seuchen und Krankheiten. Im Übrigen: Der Terminus „Ruthene“ war eine Schöpfung der Administration der Habsburgermonarchie und bezeichnete die ukrainische Bevölkerung, die sich auch heute wieder auf der Flucht befindet.

Die Glocken der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Neukirchen am Ostrong beschreibt Herbert Neidhart. Darin ist unter anderem auch zu entnehmen, dass Glocken immer wieder (im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg) für Kriegszwecke abgeliefert wurden.

Mit der Pilgerfahrt des Altenburger Benediktinerpaters Friedrich Endl beschäftigt sich Renate Seebauer. Endl trat 1894 die Reise ins Heilige Land an und machte seine Reiseerinnerungen in Buchform einem größeren Publikum zugänglich. Es dürften auf dieser Reise neben den Sehenswürdigkeiten und Heiligen Stätten auch die mediterrane Pflanzenwelt beeindruckt haben. Renate Seebauer konzentriert sich in ihrem Beitrag auf die Frage, wie ein Geistlicher aus dem Waldviertel Transport, Unterkunft und Verpflegung wahrgenommen hat.

Waldviertler Kulturberichte, ein Leserservice und die Mitteilungen des WHB ergänzen das 112 Seiten starke Heft (2/2022).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

Neues Heft „Das Waldviertel“ (1/2022) mit einem Leitartikel über „Konkurrenz“ in der Heimatforschung am Beispiel von Josef Höbarth und Angela Stifft-Gottlieb

Josef Höbarth, der Gründer des nach ihm benannten Museums, und die um zehn Jahre ältere Angela Stifft-Gottlieb, die Nachfolgerin des Museumsgründers Johann Krahuletz (1848-1928), standen während der 1930er Jahre in einem erbitterten Konkurrenzverhältnis zueinander. Beide sahen die Archäologie als ihr hauptsächliches Interessens- und Tätigkeitsgebiet an, und beide waren in demselben geografischen Umkreis tätig. Der Autor, Anton Distelberger, konnte im Nachlass Josef Höbarths in den Museen der Stadt Horn Briefe entdecken, die das Verhältnis von Angela Stifft-Gottlieb und Josef Höbarth von einer anderen Seite zeigen.

Renate Seebauer begab sich auf die Suche nach Gold in ausgewählten Urkunden des 12. und 13. Jahrhunderts. Im erfassten – politisch bewegten – Zeitraum kam die Monetarisierung nur langsam in Gang. Welche Seltenheit Goldgeld in diesen Jahren hatte und welches Aufsehen Goldgeld im Jahr 1192 verursachte, zeigt die Erzählung von Richard Löwenherz, der durch die Bezahlung mit Goldmünzen in Erdberg auffiel und schließlich gefangen genommen wurde.

Viel ist über die Geschichte des Nationalsozialismus – über Täter und Opfer – bekannt. Es gibt aber immer noch Lücken in der Forschung. Eine solche Lücke stellt der am 7. August 1908 in Langschlägerwald (Gemeinde Langschlag) geborene Josef Völk dar. Von ihm sind bislang nicht viel mehr als seine Lebens- und Sterbedaten bekannt. Das Forschungsprojekt und der daraus entstandene Beitrag von Markus Holzweber versteht sich als letzte Chance, mehr über die Person „Josef Völk“ sowie die Gründe und Umstände seiner Verhaftung bzw. Einlieferung in die Konzentrationslager Dachau und Mauthausen in Erfahrung bringen zu können.

Hermann Maurer berichtet über prähistorische und mittelalterliche Funde von Kottaun bei Geras. Das Gebiet ist in geschichtlicher Hinsicht vor allem durch den Magnetitabbau auf dem Arzberg und durch die nördlich an das Dorf anschließende ehemalige Burganlage bekannt. Maurer konnte jungsteinzeitliche Funde identifizieren, die auf eine Siedlungsstelle in der Nähe des Fundortes hinweisen. Die mittelalterlichen Belege sind für die Datierung der Wallanlage von Bedeutung.

Waldviertler Kulturberichte, ein Leserservice und die Mitteilungen des WHB ergänzen das 112 Seiten starke Heft (1/2022).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website/Shop möglich.