Neues Heft „Das Waldviertel“ (3/2026) mit einem Beitrag über den Künstler Prof. Rudolf Petermann

Von wem stammt eigentlich das Sgraffito am ehemaligen NEWAG-Gebäude in Eggenburg? Diese Frage war Ausgangspunkt für Rudolf Malli, sich näher mit der Lebensgeschichte und der künstlerischen Tätigkeit von Rudolf Pertermann zu befassen. Er hat von 1946 bis 1991 in Eggenburg gelebt und – was die künstlerische Arbeit angeht – alles gemacht. Sein Spektrum reichte von Aquarellen, Ölbildern, Keramikarbeiten, Holzplastiken, Holzschnitten, Mosaiken bis zu Sgraffiti. Wandgemälde finden sich nicht nur in Eggenburg auf Lagerhäusern, öffentlichen Gebäuden, Schulen, Vereinshäusern, Kirchen, Gasthöfen … In Eggenburg schuf er 25 Sgraffiti und 47 Wandbilder, von denen die meisten auch heute noch existieren.

Im Waldviertel existieren eigene Dialektwörter, um Richtungen bei Wegen anzugeben. Wo man im Standarddeutschen etwa hinauf, hinunter, hinein, hinaus oder hinüber sagt, hört man im Waldviertler Dialekt stattdessen Begriffe wie auffe, owe, eine, ausse oder umme. Mit diesen Ausdrücken, sogenannten Richtungsadverbien, beschäftigt sich Bernhard Stellner. Er zeigt, dass die Verwendung etwa mit geografischen Faktoren (Höhenlagen oder dem Donauverlauf) zusammenhängt.

Gradieranlagen sind eine Variante von Gradierwerken der Salinen, die beim Prozess der Salzgewinnung aus der Solelösung der Erhöhung der Salzkonzentration sowie der Qualitätsverbesserung dient. Diese Erhöhung der Salzkonzentration wird „gradieren“ genannt, gibt also einer solchen Anlage ihren Namen. Gradieranlagen findet man vorwiegend in Kurorten und Orten, wo Salz gewonnen wird oder wurde. In Waldenstein oder Gutenbrunn befinden sich auch Gradieranlagen, wie Josef Haidvogl in seinem Beitrag berichtet.

Hermann Maurer stellt einen Fund aus der Urthel-Flur bei Poigen vor, der einer Siedlungsstelle aus der Kupferzeit zugeordnet werden kann. Bei dem Bruchstück aus Ton handelt es sich um einen verzierten kupferzeitlichen Gefäßrest.

Mit der erinnerungspolitischen Rezeption der Aussiedlung im Zuge der Errichtung des Truppenübungsplatzes Allentsteig beschäftigt sich Alexander Weik. Der Truppenübungsplatz ist mit einer Fläche von knapp 15.700 Hektar das größte militärische Übungsgelände Österreichs. Mit der Einrichtung im Jahr 1938 wurde nicht nur ein Landstrich seiner gewachsenen Sozialstruktur beraubt, sondern auch ein symbolisch hoch aufgeladener Raum geschaffen. Die Aussiedlung von fast 7.000 Menschen aus 42 Ortschaften markierte einen tiefen Einschnitt in die Geschichte des Waldviertels.

Kulturberichte, Buchbesprechungen und Leserservice ergänzen die 96 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Weiterbildung: Regional- und Heimatforschung 2026/2027

Das Angebot soll den Regional- und Heimatforscher befähigen seine Forschung auf wissenschaftlicher Basis zu erarbeiten und zu publizieren. Dazu bieten sich mit den neuen technologischen Möglichkeiten auch neue Formen des Forschens an. Das Internet, die darin zu findenden Quellen und Grundlagen, die Onlinearbeit, erfordern einen neuartigen Zugang für die Heimatforschung. Dies setzt neue Inhalte und neue Methoden voraus, die eine Aus- und Weiterbildung erfordern.

Das Jahresprogramm des BHW Schallaburg vermittelt Arbeitsweisen der Forschung und allgemeine Grundlagen zur Regional- und Heimatkunde mit einer praxisorientierten Ausbildung.