Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2026) mit einem Beitrag über den Neuanfang eines SA-Brigadeführers nach 1945 in Deutschland

Im zweiten Teil seines Artikels über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner skizziert Martin Prinz dessen weiteren Werdegang. Neugschwandtner wurde 1944 als SA-Brigadeführer zu einem ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes. Dieses Gericht führte Verfahren gegen Gegner der Nationalsozialisten, die oft das Todesurteil zur Folge hatten. Nach Kriegsende tauchte er in der Masse der Vertriebenen unter. Unter dem neuen Namen „Adolf Neumann“ beantragte er einen Vertriebenenausweis und kam nach Deutschland. In Bad Mergentheim engagierte er sich zusammen mit seiner neuen Frau Gertrude im örtlichen Sportverein. Adolf Neugschwandtner starb 1975 als Adolf Neumann.

Rudolf Siegfried Zappe widmet sich dem Rundtempel von Bad Großpertholz. Der Rundbau befindet sich rund 730 Meter nordöstlich des Schlosses. In der Literatur und auf Karten wird der Rundbau fast immer als „(Rund-)Tempel“, „Musentempel“ oder „historischer Pavillon“ beschrieben. Jedenfalls stellt er einen wichtigen Teil der regionalen Geschichte dar und erinnert an eine den Ort lange prägende adelige Familie der Hackelberg-Landau.

Die barocke Beziehungsgeschichte der beiden Stifte Plasy und Zwettl zeigt Andreas Gamerith auf. Das in der Zwettler Plansammlung erhaltene Idealprojekt Giovanni Biagio Santinis für das Kloster Plasy zählt dabei zu den bedeutendsten Belegen dieses Austausches und Ideentransfers. Zugleich ist es Indiz für ein reges, wenngleich (auch) kritisches Interesse der niederösterreichischen Abtei am ambitionierten Bauvorhaben des böhmischen Schwesterklosters.

Johann Ennser schildert den Werdegang von Propst Johann Schrimpf, der 1928 Pfarrer in Krems wurde. Gerade in dieser Zeit der Wirtschaftskrise war er als Pfarrer auch für die arme Bevölkerung gefordert. In der NS-Zeit wurde er das Ziel von Angriffen lokaler NS-Vertreter. Schikanen und Anzeigen richteten sich gegen den Pfarrer, Bosheitsakte und Sachbeschädigungen gegen Kirche und Pfarrhof.

Einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Waldviertel war die Glasherstellung und die Be- und Verarbeitung von Glas. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert war Harmanschlag einer der bedeutendsten Industrieorte des Oberen Waldviertels. Diesen Glasarbeiten widmet sich Josef Haidvogl.

An den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 40 Jahren erinnert Markus Holzweber. Am Beispiel der Berichterstattung in den Lokalmedien wurden die damals gesetzten Maßnahmen im Waldviertel beschrieben.

Im Rahmen der Hollabrunner Vorlesungen berichtete Robert Berger über den Superstar des Mittelalters, Walther von der Vogelweide. Kulturberichte, Buchbesprechungen und Leserservice ergänzen die 96 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Neues Heft „Das Waldviertel“ (1/2026) mit einem Beitrag über verschwundene Siedlungen im Waldviertel

Stefan Strutz hat sich mit der Geschichte von verlassenen Dörfern und Siedlungen beschäftigt. Auf so manchem Grundstück am Rande eines Dorfes, das in unserer heutigen Zeit verbaut würde, stand vielleicht schon einmal ein Haus. Anhand dieser Wüstungen, die weitgehend vor 1500 verödeten, geht der Autor der Frage nach, wie Dörfer des Mittelalters wahrscheinlich aufgestellt waren. Bereits Walther von der Vogelweide beklagte in seiner Elegie „Ôwê, war sint verswunden alliu mîniu jâr?“ („O weh, wohin sind nur alle meine Jahre verschwunden?“) die damalige Siedlungsdynamik: Die Landschaft, die er aus seinen Jugendjahren als Kulturlandschaft kannte, erschien ihm später zerstört, gerodet oder übermäßig beansprucht.

Im ersten Teil seines Artikels über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner skizziert Martin Prinz dessen Werdegang zum Brigadeführer der Sturmabteilung (SA). Seine Radikalisierung begann im Jahr 1925 mit dem Eintritt in die Partei und einem Anschlag auf einen Zug. Neugschwandtner und andere Turner aus Himbert bewarfen die Fenster eines Schnellzuges nach Budapest, in dem sie Juden vermutet haben. Neugschwandtner war von Anfang an dabei, und am Ende, als es zum Anschluss an Deutschland ging, stand er an vorderster Front, was ihm großes Lob und  eine steile Karriere in der SA einbrachte. Der zweite Teil erscheint in der nächsten Ausgabe (2/2026).

Alexander und Peter L. Reischütz weisen auf die dramatische Umgestaltung der Schnecken- und Muschelfauna – auch in unseren Breiten – hin. In Hochwassergenisten in der Horner Bucht konnten sie Ende 2024 zwar 89 Schnecken- und Muschelarten nachweisen, früher nachgewiesene häufige Arten fehlen oder sind nur mehr als korrodierte Schalen nachzuweisen. Sie kommen zum Schluss, dass alteingesessene Arten weniger und von eingeschleppten Arten verdrängt werden – mit Auswirkungen auf Mensch und Tier.

Thomas Hofmann widmet dem Geologen Reinhard Roetzel zu seinem 70. Geburtstag einen Beitrag. Als Vorzeigeprojekt der bilateralen Kooperation sei an die zweisprachige „Geologische Karte des Nationalparks Thayatal“ erinnert.

Kulturberichte, Buchbesprechungen, Leserservice und Mitteilungen ergänzen die 112 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über den Shop möglich.

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Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (4/2025) erschienen

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (4/2025) erschienen

Der Aufsatz „Die Lehrerdynastie Peyfuss“ von Josef Greil behandelt die Familie Peyfuß, aus der im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Schullehrer und Schulmeister hervorgegangen sind. Vor allem in Straning hatte die Familie in rund 150 Jahren die Schulleitung inne. Somit wurden die Einwohner von Straning, Etzmannsdorf, Limberg und Niederschleinz über vier Generationen von einem Schulmeister Peyfuss unterrichtet.

Mit dem Wintersemester 2025/26 endete die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Krems und wurde im Oktober nach St. Pölten verlagert. Der Beitrag von Thomas Müller spannt den Bogen von der gesetzlichen Einführung der Lehrerbildung 1775/76 unter Maria Theresias über die Entwicklung zu einer Pädagogischen Hochschule im Jahr 2007 bis hin zur jüngsten Standortentscheidung.

Gerhard Dafert befasst sich mit der Wiedereröffnung des Redemptoristenklosters in Eggenburg im Jahr 1852. Nach den Wirren von 1848 und der damit verbundenen Aufhebung des Ordens wurde die Entscheidung am 23. Juni 1852 widerrufen. Am 1. August 1852 fand in Eggenburg ein Dankfest in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius statt. 

Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte in Pepin County von Friedrich Hafner zeichnet die Auswanderung von Waldviertlern nach Amerika nach. Rund 350 Personen wanderten im Zeitraum 1870 bis 1890 aus. Schwierigkeiten ergaben sich häufig aus falsch geschriebenen Namen in Passagierlisten. Mit dem Ersten Weltkrieg begann die Assimilation der Einwanderer und Verbindungen zur alten Heimat gingen verloren. Das Interesse der Nachkommen der Einwanderer an ihren Waldviertler Wurzeln ist aber weiterhin groß!

Rudolf Siegfried Zappe zeichnet die Geschichte von Schloss Rosenau nach – vom mittelalterlichen „festen Haus“ und der Wasserburg der Kuenringer über den Renaissanceumbau der Familie von Greiß bis zur barocken Umgestaltung unter Leopold Christoph Graf von Schallenberg. Seit 1979 ist das Schloss im Besitz des Landes NÖ und das Freimaurermuseum wird vom Museumsverein verwaltet und betrieben und zeigt neben einer Dauerausstellung auch immer wieder Sonderausstellungen.

Ein Nachruf auf Professor Josef Weinbub (1942-2025), Buchbesprechungen und Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 112 Seiten starke Heft (4/2025). Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über den Shop möglich.

Neues Heft „Das Waldviertel“ (3/2025) als Schwerpunktausgabe zur Geschichte der Marktgemeinde Thaya

Die vorliegende Ausgabe ist der Marktgemeinde Thaya (Bezirk Waidhofen an der Thaya) gewidmet, die ihr 850-Jahr-Jubiläum der Erstnennung feiert.

Dagmar Weltin-Huber und Roman Zehetmayer besprechen die Urkunde mit der Erstnennung Thayas im Jahr 1175 und beschäftigen sich mit der Frühgeschichte. Diese Urkunde ist auch deswegen bemerkenswert, weil hier die älteste Siegelurkunde eines in der Babenbergermark sitzenden nichtfürstlichen Adeligen vorliegt.

„Von Höfen, Wüstungen und einem Zankapfel“, so betitelt Clemens Hopf seinen Beitrag zur Geschichte Thayas im Hoch-  und Spätmittelalter. Diese Zeit ist eng mit den Herren von Pernegg und Raabs verbunden. Hopf wirft auch einen Blick auf die bislang kaum erforschten Wüstungen auf dem Gemeindegebiet.

Ronald Kurt Salzer zeigt, dass Thaya in der Frühen Neuzeit eine größere Häuserzahl als die Stadt Drosendorf besaß und im 16. Jahrhundert zu den größten Orten des Waldviertels zählte. Hinzu kamen viele Zünfte und neben Bauernhöfen gab es ein Ensemble von Bürgerhäusern.

Mit Pfarrkirche und Karner setzen sich Oliver Fries und Lisa-Maria Gerstenbauer auseinander. Die Kirche befindet sich am östlichen Ende des Marktplatzes und setzt sich aus einem spätromanischen Saalbau und einem barocken Ostturm zusammen.

Oliver Fries und Lisa-Maria Gerstenbauer analysieren auch das Bürgerhaus Nr. 14. Den ältesten Baubestand bilden die Mauern des westlichen Baukörpers, der bereits in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Wohnhaus mit Wirtschaftsräumen im  Erdgeschoß und einer straßenseitigen Stube im Obergeschoß ausgeführt war.

Das Autorenteam um Oliver Fries, Lisa-Maria Gerstenbauer, Alarich Langendorf und Andreas Steininger zeichnet für den Beitrag zu den Erdställen in Thaya verantwortlich. Im Ortsgebiet sind vier Erdställe bekannt und dokumentiert.

Der Handel mit ungarischen, kroatischen oder auch galizischen und serbischen Schweinen lässt sich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisen und stellt, wie Franz Fischer in seinem Beitrag zeigt, einen bedeutenden Wirtschaftszweig in der Region dar.

Markus Holzweber widmet sich der Ortschaft Thaya im Jahr 1945. Die Pfarrchronik beschreibt etwa die katastrophale Versorgungslage. Nach der Kapitulation folgte am 9. Mai der Einzug der russischen Soldaten, was mit Plünderungen und Vergewaltigungen einherging. Gegen Ende des Jahres normalisierte sich das Leben langsam und es brach nun – zum Leidwesen des Pfarrers – sogar die „Tanzwut“ aus.

Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Hinweise auf Veranstaltungen ergänzen das 144 Seiten starke Heft (3/2025). Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Das Waldviertel – Heft 2025/3 – WHB – Waldviertler Heimatbund

Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2025): 80 Jahre Kriegsende im Fokus

Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2025): 80 Jahre Kriegsende im Fokus

Karl Reder widmet sich in seinem Beitrag den Vorgängen in der Haftanstalt Stein. Diese galt in der Zeit des Nationalsozialismus als größte Justizvollzugsanstalt auf dem Gebiet des heutigen Österreichs. Im Rahmen seiner Recherchen identifizierte Reeder 15 Priester und Geistliche verschiedener christlicher Konfessionen, die aus unterschiedlichen Gründen inhaftiert wurden. Den Schwerpunkt bilden dabei Verurteilungen wegen „Rundfunkverbrechen“. Darunter fiel das Abhören von verbotenen ausländischen Radiosendern wie auch die Weitergabe von Informationen an Dritte.

Der Horner Stadtarchivar Erich Rabl stellt am Beispiel des Gedenkbuches der Gemeinde Mühlfeld (heute ein Teil der Stadtgemeinde Horn) die Situation des Jahres 1945 dar. Diese letzte Phase des Krieges mit dem Einzug der sowjetischen Truppen wurde vom letzten Bürgermeister, Anton Glanz, zusammengefasst. Er schildert Plünderungen und die Suche nach Frauen durch sowjetische Soldaten.

Die Geschichte der Donau als Wallfahrerweg schildert Walpurga Oppeker. Ausgehend von überlieferten Unglücksfällen von Wallfahrerschiffen an der Steiner Donaubrücke skizziert sie weitere Unfälle von Pilgertransporten, die in der Regel Maria Taferl als Ziel oder Ausgangspunkt hatten. Sie spricht auch an, dass bei Material und Besatzung von Wallfahrerschiffen gespart wurde oder die Schiffe überladen wurden.

Im ausgehenden 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Buchers in Tschechien ein Hauptort der Hinterglasmalerei. Ein zweiter Ort ist Sandl im Mühlviertel. Josef Haidvogl beschreibt die Geschichte und Technik der Hinterglasmalerei, die heute nur mehr von wenigen Menschen ausgeübt wird.

Isabella Frick berichtet über Mineraliensammlungen an Waldviertler Schulen. So verwahrt die heutige Sport- und Ökomittelschule in Gföhl eine Minerialiensammlung, die Max Ritter von Gutmann der Schule vermachte. Diese Sammlung wurde bis März 2025 digitalisiert. Dabei wurden 1.300 Stücke fotografiert, dokumentiert, beschrieben und wissenschaftlich benannt.

Die Geschichte der Firma Kemperling in Streitwiesen bei Pöggstall steht unter dem Titel „Eine vergessene Bandweberei“. Heinrich Hetzer schildert die Ursprünge der Bandweberei Kemperling in Wien, die Übernahme der Seidenbandfabrik in Streitwiesen und den Niedergang mit Konkurs der Firma.

Hermann Maurer berichtet über Oberflächenaufsammlungen aus Untermixnitz im Bezirk Horn. Darunter befindet sich auch eine Griffknubbe. Eine Knubbe wurde unter anderem als Dekoration an der Gefäßwand angebracht. Hier zeigte sich die Darstellung eines Vogelkopfes, vielleicht die eines Raubvogels, mit dem eine abschreckende Wirkung einhergehen sollte.

Waldviertler Kulturberichte und Buchbesprechungen ergänzen das 96 Seiten starke Heft (1/2025).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über den Shop möglich.

Das Waldviertel – Heft 2025/2 – WHB – Waldviertler Heimatbund

Neues Heft „Das Waldviertel“ (1/2025) mit einem Beitrag zu Judenschule und Judenfriedhof in Waidhofen an der Thaya

Reinhard Preissl hat sich mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Waidhofen an der Thaya auseinandergesetzt. In besonderer Weise ging er der Frage nach, wo die Judenschule und der Judenfriedhof aus dem 17. Jahrhundert heute zu lokalisieren sind: Die ehemalige Judenschule war nicht das bislang angeführte Haus Niedertal Nr. 65, sondern das Haus Niedertal Nr. 56. Auch die Lage des Judenfriedhofs konnte durch die Archivalien belegt werden.

Mit der Stärkung von Ortskernen durch bauliche Maßnahmen beschäftigt sich Konstantin Andreas Henkel. Am Beispiel der Stadtgemeinde Gföhl und der Marktgemeinde Rohrendorf bei Krems analysierte er Leerstände und entwickelte mögliche Nutzungskonzepte. Seine Einschätzung, die auf einer Diplomarbeit basiert, zeigt, dass es eine kontinuierliche Erhebung von leerstehenden Objekten sowie die Unterstützung durch Politik braucht.

2003 wurden bei einer Ausstellung in Polen eine der größten Sammlungen historischer Fotos und Bildplatten präsentiert. Die Fotos stammen vom Fotografenehepaar Edward und Leopoldyna Janusz. Leopoldyna wurde als Leopoldine Krause 1862 in Raabs geboren und war mehrere Jahre Inhaberin des ersten Raabser Fotoateliers. Leben und Arbeit der ersten Fotografin in Raabs zeichnet Erich Kerschbaumer nach.

In Siegharts konnte 2024 das 200-Jahr-Jubiläum der Dreifaltigkeitsapotheke gefeiert werden. Hans Widlroither beschreibt die Geschichte dieser Apotheke die mit den beiden Apothekern Johann Zehntner und Eduard Zeehe begann, als sie 1824 eine Apotheke mit einer Drogerie eingerichtet hatten.

Mit 80 Jahren Kriegsende beschäftigt sich Friedrich Polleroß. Das Jahr 1945 markiert ein Ende und einen Anfang in der österreichischen Geschichte. Neben dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung von der NS-Diktatur kam es zum Beginn der Besatzung und zum Anfang der Zweiten Republik. Polleroß weist damit auch auf die Sonderausstellung im Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla hin.

In den Leserbriefen kommen Berichte zu Amerika-Beziehungen von Waldviertlern zur Sprache. Dies war Ausdruck des regen Interesses über den Beitrag von Martin Prinz über „Die vergessenen Waldviertler Amerikaner“ (Heft 3/2024) Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Hinweise auf Veranstaltungen ergänzen das 104 Seiten starke Heft (1/2025).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Vielfältige Themenpalette: vom geistlichen Volkslied zur Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (4/2024) erschienen

2024 feierte man den 200. Geburtstat Joseph Gablers, der zu den „herausragenden Persönlichkeiten in der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung in Österreich“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählt. Der Leiter des NÖ Volksliedarchivs, Peter Gretzel, setzte sich daher mit dem Schaffen und Wirken Gablers auseinander. Gabler sammelte zeit seines Lebens mehr als 1.200 Liedtexte mit über 400 dazugehörigen Melodien und gab sie in mehreren umfangreichen Lieder- und Gebetsbüchern heraus.

Sandra Babinger, Malena Knapp und Ulrike Lang erhielten 2022 den Preis des Waldviertler Heimatbundes für ihre Diplomarbeit an der HLUW Yspertal zur Weißen Mistel und konnten in einem Zeitschriftenaufsatz ihre Ergebnisse präsentieren. Sie zeigen Freud und Leid einer Pflanze auf, die als beliebte Weihnachtsdekoration gilt: einerseits wird sie als Belastung angesehen, da sie als Halbschmarotzer Obstbäume schädigt, andererseits werden Teile der Pflanze in der Medizin verwendet.

Jiří Stefaňák widmet sich der Errichtung des St. Annen-Spitals und den Anfängen der hochadeligen Stiftungstätigkeit am Beispiel des Grafenpaares Kuefstein. Der Autor weist die kleinen kreuzförmigen Bauten der Spitäler, deren Kapellen oft als letzte Ruhestätte ihrer adeligen Stifter dienten, als Besonderheit der barocken Architektur im nördlichen Niederösterreich aus.

Zeitungsberichte aus dem Ort Wiedendorf im Straßertal aus dem Jahr 1870 machten Erich Broidl auf die einzigartige Situation von fünf taubstummen erwachsenen Geschwistern aufmerksam, die gemeinsam ihr Leben meisterten. Broidl begab sich auf die Suche nach Quellen und Belegen und konnte die in den Zeitungen genannte Familie eruieren.

Nikolaus Dimmel und Karl A. Immervoll befassen sich seit 40 Jahren mit Fragen zum bedingungslosen Grundeinkommen, mittlerweile auch in Form einer Buchreihe. Über ein Ergebnis ihrer Forschungstätigkeit muss jedenfalls nachgedacht werden: „Wir waren verblüfft zu erfahren, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches ohne Sanktionsdruck und behördliche Auflagen Spielräume zur persönlichen Standortbestimmung eröffnet, zu einer höheren Übertrittsrate in Beschäftigung und Arbeitsmarkt führt, als herkömmliche arbeitsmarktpolitische Beschäftigungsprojekte.“

Buchbesprechungen und Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 96 Seiten starke Heft (4/2024). Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

New Yorker Freiheitsstatue und das Waldviertel? Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (3/2024) erschienen

New Yorker Freiheitsstatue und das Waldviertel?

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (3/2024) erschienen

Über 50 Millionen Menschen verließen im 19. Jahrhundert Europa, ein Großteil davon wanderte in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Darunter waren auch Dutzende Familien aus dem Gebiet zwischen Schrems und Waidhofen. Martin Prinz begab sich auf Spurensuche und konnte die Geschichte vom Umzug vom Pürbacher Bahnhof nach Pepin County in Wisconsin, USA, anschaulich darstellen. Obwohl das Waldviertlerische dort vor etwa 20 Jahren ausgestorben ist, so ist der Graumohn immer noch eine beliebte Zutat für allerlei Bäckereien.

Franz X. Sagaischek widmet sich dem Ministerialgeschlecht der Kuenringer und zeichnet die Besitzverhältnisse im Waldviertel bis zum 12. Jahrhundert nach. Die Kuenringer sind zu Beginn des 12. Jahrhunderts vermehrt auch an besiedelten Orten entlang der Donau, des Kamps und der Schida tätig. Sie erlangten ihr Sozialprestige, indem sie in den Adel einheiraten.

Friedrich Polleroß berichtet über Neuigkeiten aus dem Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla. Fragen wie „Opa, wie war das damals?“ wurden im Rahmen des NÖ Museumsfrühlings gestellt und diskutiert. Die Bestände des Museums werden derzeit auch erfasst, inventarisiert und digitalisiert. Über 600 Objekte wurden mit Beschreibungen in das niederösterreichische Inventarisierungsportal (DIP) eingebracht.

Mit einem bronzezeitlichen Absatzbeil beschäftigen sich Hermann Maurer und Markus Holzweber. In der Katastralgemeinde Oberpfaffendorf bei Raabs an der Thaya konnte ein Nackenbeil eines mutmaßlichen Absatzbeiles gefunden werden. Dieses aus Zinnbronze gefertigte Stück kann an das Ende der Frühbronzezeit und an die beginnende Mittelbronzezeit datiert werden.

Über die Eggenburger Burgfrieds- und Freiheitsgrenzsteine berichtet Fritz F. Steininger. Im Rahmen eines Rechtsstreits im Jahre 1524 kam es zur Setzung von Burgfriedssteinen, wovon heute noch fünf Originalsteine erhalten sind. Heute, nach 500 Jahren, ist es erschreckend, wie diese geschichtsträchtigen Grenzsteine vielfach massiv bedroht sind.

Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 96 Seiten starke Heft (3/2024).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Schwerpunktheft zur „Ruine Kollmitz“

Neues Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (2/2024) erschienen

Die Ruine Kollmitz ist ein geschichtsträchtiger Ort und ein beliebtes Ausflugsziel. Dass die Ruine nicht dem Verfall preisgegeben wurde, ist engagierten Personen und dem Verein zur Erhaltung der Ruine Kollmitz zu verdanken. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde vor der Gefahr eines Absturzes gewarnt. Turmstiege und Decken waren eingestürzt, manches nur mittels Leitern auf abenteuerlichen Wegen zu erklimmen.

1974 konnte auf Initiative von Theo Laube und Herbert Loskott ein Verein gegründet werden, der sich der Rettung der Ruine Kollmitz annahm. Die Vereinsgeschichte arbeitet Markus Holzweber auf. Die heute unter Denkmalschutz stehende Burganlage wurde in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt renoviert und vitalisiert. Ohne Vereine wie diesem gäbe es heute nicht dieses für den Tourismus der Region bedeutsame Besucherhighlight.

Ralph Andraschek-Holzer widmet sich den Topographischen Ansichten der Ruine. Ausgehend vom Vischer-Stich aus 1672 begleitet er die Darstellung bis ins 20. Jahrhundert.

Mit der frühen Herrschaftsgeschichte beschäftigen sich Ronald Salzer und Oliver Fries. Im späten 13. Jahrhundert findet sich ein Hermann Cholmunt(z)er, der als erster Inhaber der Herrschaft und Erbauer der Burg in Frage kommt.

Die Hofkirchen waren – so der Raabser Stadtarchivar Erich Kerschbaumer – ab 1407 jene Adelsfamilie, die für die folgenden 200 Jahre Kollmitz prägten.

Oliver Fries und Ronald Woldron stellen ihre Forschungen zur Baugeschichte vor. Sie konnten die ältesten Mauerteile eines architektonisch wenig anspruchsvollen Kleinadelssitzes im felsigen Gelände unmittelbar des Bergfrieds feststellen.

Die barocken Stuckdekorationen analysiert Lisa-Maria Gerstenbauer. Im Bereich der ehemaligen Kapelle haben sich barocke Stuckdekorationen des späten 17. Jahrhunderts bzw. um 1700 erhalten.

Theresia Hauenfels berichtet abschließend von Waldviertler Burgenmodellen im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. Anfang der 1950er Jahre wurde von der Akademie der Wissenschaften empfohlen, Modelle der Burgen anfertigen zu lassen und zu sammeln. Dem kam man in Niederösterreich mit einem NÖ Burgenarchiv bzw. einem unrealisierten Burgenmuseum in Ottenstein nach.

In den Mitteilungen des WHB gedenkt ein Nachruf dem langjährigen Herausgeber der Schriftenreihe, Harald Hitz. Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 128 Seiten starke Heft (2/2024).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über den Shop möglich.