Heftpräsentation des Schwerpunktheftes zur Ruine Kollmitz

2024 feiert der Verein zur Erhaltung der Ruine Kollmitz sein 50-jähriges Bestehen. Die Zeitschrift „Das Waldviertel“ gratuliert mit einer Schwerpunktausgabe, die auch einen Beitrag über die Vereinsgeschichte enthält. Die Ausgabe wurde von Redaktionsleiter Markus Holzweber am 6. Juli im JUFA in Raabs an der Thaya präsentiert. Er gab auch einen Einblick in die 50-jährige Vereinsgeschichte.

Neues Heft „Das Waldviertel“ (1/2024) mit einem Leitartikel zu mittelhochdeutschen Texten aus dem Stift Zwettl

Charlotte Ziegler, langjährige Archivarin im Stift Zwettl, forscht intensiv zu mittelhochdeutschen Erec-Texten. Diese jahrelangen Forschungen erfolgten am reichlich vorhandenen Fotomaterial mittels moderner Methoden (Infrarot-, UV- und Foto-Aufnahmen). Ihre Forschungen ergaben, dass sich unterhalb des Erec-Textes ein buchkünstlerisch ausgestatteter Inhalt – insulare Kunst – aus der Zeit des Frühmittelalters befindet.

Mit einer Korrespondenz des Altenburger Benediktinerpaters Friedrich Endl beschäftigt sich die im August 2023 verstorbene Renate Seebauer. Sie fand im Nachlass der Wienbibliothek im Rathaus in der Druckschriftensammlung jenen der Schriftstellerin und Dichterin Marie Eugenie delle Grazie (1864-1931). Darin befanden sich Briefe von Friedrich Endl, die eine tiefe Seelenverwandtschaft der beiden erahnen lassen.

Im Gemeindegebiet Burgschleinitz befinden sich neben der Kirche mit dem Karner und der Wasserburg einige interessante Häuser. Heidrun Schorcht widmet sich in ihrem Beitrag der sogenannten „Putzerl-Villa“. Hier lebte Katharina Buchinger, die eines von mehreren Zimmermädchen und Pflegerin des kranken Hundes der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner war. Aus den Briefen geht auch hier eine innige Verbundenheit der beiden Frauen hervor.  

Die Wasserscheide bei Langschwarza stellt Josef Haidvogl vor. Sie ist Teil der europäischen Hauptwasserscheide, die die Gewässer der Nord- und Ostsee von jenen des Schwarzen Meeres trennt. Etliche Gedenksteine markieren den Verlaf der Wasserscheide auf ihrem 84 Kilometer langen Verlauf durch Niederösterreich in Richtung Elbe. 1971 wurde in Langschwarza ein solcher Gedenkstein enthüllt, der 2022 saniert werden musste.

Die Mediterranisierung schreitet voran. Mit dieser Überschrift leiten Alexander und Peter L. Reischütz ihren Artikel über das Einschleppen verschiedener Schnecken und Muscheln ein. Bei einer Begehung in Waidhofen an der Thaya wurde die kantige Laufschnecke (Hygromia Cinctella) erstmals auch im Waldviertel nachgewiesen.

Hermann Maurer beschreibt epipaläolithische Artefakte vom Horner Galgenberg. Darunter befindet sich auch eine Pfeilspitze, deren zeitliche Einordnung kaum mehr möglich ist. Im Nahbereich des Galgenbergs befanden sich sowohl eine frühneolithische Siedlungen als auch eine kupferzeitliche Siedlung. Es ist gut möglich, dass der Bogenschütze, der den Pfeil damals verschossen hat, aus einer dieser Siedlungen stammte.

In den Mitteilungen des WHB gedenken Nachrufe Herbert Knittler, Renate Seebauer und Bernhard Purin. Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 96 Seiten starke Heft (1/2023).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.

Artikel über den Waldviertler Heimatbund erschienen

Wissenschaftliche Gesellschaften repräsentier(t)en häufig Keimzellen für später daraus erwachsende wissenschaftliche Institutionen mit einem öffentlich-rechtlichen Status. Sie bieten auch als eine Form der Bürgerbeteiligung unterschiedlichste Möglichkeiten für einen gemeinsamen wissenschaftlichen Interessensaustausch von Gleichgesinnten – Wissenschaftlern und Citizen Scientists – unter Einhaltung gewisser formaler und rechtlich abgesicherter Rahmenbedingungen, wie dies eben beispielsweise die Statuten zum Ausdruck bringen.

Band 153 der Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien beschäftigt sich mit Wissenschaftlichen Gesellschaften, einer Standortbestimmung und Perspektiven aus dem Blick der Archäologie, Anthropologie und Ethnologie.

Der Fokus lag auf einer Standortbestimmung und einem Ausblick auf die künftigen Aufgaben der wissenschaftlichen Gesellschaften.

Thomas Winkelbauer und Markus Holzweber stellen in diesem Buch den Verein Waldviertler Heimatbund (WHB) als Plattform für regionale Heimatforschung vor. Der Verein betreibt, ermöglicht und fördert die Erforschung des Waldivertels, betreibt eine Bibliothek, organisiert wissenschaftliche Tagungen und veröffentlicht Forschungsergebnisse. Im Verein leisten engagierte Laienforscher ebenso ihren Beitrag wie ausgebildete Wissenschaftler. Der Schwerpunkt der Tätigkeit besteht darin, die Ergebnisse der regional- und heimatkundlichen Forschung zu veröffentlichen. Dies geschieht in Form einer Zeitschrift („Das Waldviertel“) und in Form einer Buchreihe („Schriftenreihe des WHB“), in der bislang 62 Bücher erschienen sind. In diesem Beitrag wird der Verein „WHB“ als Beispiel einer Plattform für regionale Heimatforschung vorgestellt.

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K. Grömer, A. Krenn-Leeb & H. Mückler (2023) (Hrsg.): Band 153 „Wissenschaftliche Gesellschaften“. Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 153, 2023.

Bezug: Anthropologischn Gesellschaft in Wien, Preis: 45 Euro

E-Mail: ag@nhm-wien.ac.at

Waldviertel goes ANNO

Seit dem Jahr 2003 beschäftigt sich die Österreichische Nationalbibliothek mit der Digitalisierung von österreichischen historischen Zeitungen und Zeitschriften. Ziel des Projekts ANNO (Austrian Newspapers Online) ist es, den Leserinnen und Lesern einen verbesserten Zugang zu Zeitschriften anzubieten, bei gleichzeitiger Schonung der Originale in den Bibliotheken und Archiven. Den Anfang machte die Digitalisierung von 15 Zeitschriften, heute bietet die Sammlung rund 27 Millionen Seiten aus historischen Zeitungen und Zeitschriften.

Nunmehr arbeitet auch der Waldviertler Heimatbund mit der Österreichischen Nationalbibliothek zusammen und es gelang, die Zeitschrift „Das Waldviertel“ in ANNO verfügbar zu machen. Aktuell sind die Jahrgänge 1927 bis 1938 sowie 1952 bis 1994 erschlossen. Das Besondere daran ist, dass auch der Volltext durchsuchbar ist.

Möglich machte diese Digitalisierung ein schon längere Zeit laufendes Gemeinschaftsprojekt des Waldviertler Heimatbundes mit dem Verein Familia Austria. Michael Ambrosch vom Verein Familia Austria hat bereits sämtliche Hefte der Zeitschrift digitalisiert und zur Verfügung gestellt. Bislang waren die Hefte als PDF sowohl auf der Website des WHB als auch von Familia Austria kostenlos abrufbar, nunmehr sind sie auch über ANNO verfügbar.

WHB-Präsident Thomas Winkelbauer und Redaktionsleiter Markus Holzweber freuen sich über den Mehrwert: „Nunmehr wird das Angebot mit der Volltextsuche über ANNO wesentlich erweitert. Heimatforscherinnen und Heimatforscher können zeitlich und örtlich unabhängig die Artikel lesen und darüber hinaus über die Suchmaske nach bestimmten Wörtern im Text suchen.“

Sucht man in ANNO nach „Waldviertel“, so erhält man über 31.000 Treffer – eine unglaubliche Menge! Mit einer Einschränkung z.B. nach „Waldviertel“ und „Marterl“ sind es immerhin noch 6 Berichte. Es lohnt sich also darin zu stöbern, es kann allerdings zum Suchtfaktor werden. Schließlich gibt es neben den Texten auch einiges an altem Bildmaterial zu entdecken.

https://anno.onb.ac.at/

https://www.familia-austria.at/

TV-Tipp: HOAGASCHT: „Mein Bauernhaus: Der Dreiseithof im Waldviertel“

Die Waldviertler Dreiseithöfe sind die typische Bauernhofform im Waldviertel. Versteckt in den Senken liegen sie da. Gut geschützt vor dem kalten Wind und den frostigen Wintern durch die drei geschlossenen Seiten und das Tor. Kleine, oft bescheidene Höfe sind es, gerade groß genug, dass sich die Bauern selbst versorgen konnten.

Servus TV zeigt, wie das Leben dort früher war und wie die Menschen heute in den Höfen leben.

SONNTAG, 03.12.2023 um 19:45 h bei SERVUS TV
Wiederholung: Freitag, 08.12.2023 um 09:10 h bei ServusTV

https://www.servustv.com/volkskultur/v/aa3elhc3zly395mle68q/

Herbstexkursion auf den Truppenübungsplatz Allentsteig

Der Truppenübungsplatz Allentsteig ist ein militärisches Sperrgebiet im niederösterreichischen Waldviertel und zählt mit rund 160 km² zu einem der größten Truppenübungsplätze Europas. Er wurde zur Zeit des Nationalsozialismus als Truppenübungsplatz Döllersheim angelegt, zu diesem Zweck wurden unmittelbar nach dem „Anschluss“ 1938 insgesamt 40 Dörfer für militärische Übungszwecke ausgesiedelt.

Am 28. Oktober wurden im Rahmen einer Busexkursion, organisiert vom Arbeitskreis für Hausforschung in Kooperation mit dem Waldviertler Heimatbund, die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Siedlungsgenese unter der Leitung von Dr. Thomas Kühtreiber sowie aktuelle Forschungen einem breiten interessierten Publikum vorgestellt.

Dabei wurden den 58 Teilnehmer:innen u.a. die Siedlungsreste von Äpfelgschwendt aus dem Blickwinkel der archäologischen Siedlungs- und Bauforschung betrachtet. Begleitend dazu wurden auch die 2018 bis 2019 im Rahmen einer historischen Aufarbeitung archäologisch untersuchten Reste des Offiziersgefangenenlagers OFLAG XVII-A in Edelbach besichtigt. Die Führung übernahm Oberst Julius Schlapschy vom Truppenübungsplatzkommando und Dr. Friedrich Polleross.

Im Anschluss daran wurde auch das 2022 neu gestaltete Aussiedlermuseum im Schüttkasten von Allentsteig vorstellt. Abgerundet wurde die Busexkursion mit einer bauhistorischen Führung zum ehemaligen Bürgerspital und der ehemaligen Pfarrkirche Hl. Peter und Paul in Döllersheim (Kirchenruine) durch die beiden Bauhistoriker Lisa-Maria Gerstenbauer MA und Oliver Fries MSc.

Den Abschluss des Exkursionstages bildeten ein Besuch im Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla und ein öffentlicher Abendvortrag von Dr. Thomas Kühtreiber zum Thema „Haus, Hof und Dorf. Siedlungsgenetische Untersuchungen an ausgewählten Dörfern am Truppenübungsplatz Allentsteig.“ Das Interesse an der Veranstaltung war überwältigend, da die Plätze im Bus restlos ausgebucht waren und sogar Anmeldung abgewiesen werden mussten. Die bunte Mischung der internationalen Teilnehmer:innen der Busexkursion aus Personen aus der Wissenschaft (Universitäten, Archive, Archäologie, Hausforschung, Denkmalpflege, Geschichtswissenschaften udgl.) und der interessierten lokalen Öffentlichkeit sowie Mitgliedern von Aussiedlerfamilien führte zu einem regen gegenseitigen Austausch.

Herbert Knittler (7.5.1942 – 24.11.2023)

em. o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Knittler ist am 24. November 2023 im 82. Lebensjahr verstorben.

Knittler, der im Jahr 1942 in Brünn/Brno geboren wurde, setzte sich bereits früh mit der Waldviertler Geschichte auseinander. So promovierte er 1965 mit einer Arbeit über die Geschichte der Herrschaft Weitra von 1581 bis 1755. Beruflich war er an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit der Redaktion des Österreichischen Städtebuchs betraut, in den 1970er Jahren kam er an das Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, wo er sich 1974 habilitierte. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung 2003 war er Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

In der Zeitschrift „Das Waldviertel“ veröffentlichte Knittler vorwiegend Beiträge mit Bezug zu Weitra und in der Schriftenreihe des WHBs gab er zwei bedeutende Werke heraus. Zum einen ist dies die 2006 erschienene „Wirtschaftsgeschichte des Waldviertels“, die mit ihren 500 Seiten mittlerweile als Standardwerk der Waldviertler Wirtschaftsgeschichte gilt. Zum anderen widmete er in den „Urbarialaufzeichnungen der Weitraer Pfarrkirche“ einem einzigartigen Quellenbestand aus dem 14. und frühen 15. Jahrhundert eine eigenständige Publikation.

Neben dieser Publikationstätigkeit organisierte Herbert Knittler die Tagung zur Wirtschaftsgeschichte des Waldviertels, die am 26. Oktober 2004 in Zwettl abgehalten wurde. Die Referenten vom Institut für Wirtschafts- und Sozialkunde der Universität Wien spannten den Bogen von den mittelalterlichen Grundlagen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Waldviertels im 20. Jahrhundert. Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm die Ausgabe 2/2012 der Zeitschrift „Das Waldviertel“ gewidmet.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren.

Geheimnisvolles Österreich: Räuberhauptmann Grasel

Der langjährige Herausgeber der Schriftenreihe des WHB, Dr. Harald Hitz, begab sich für den ORF-Beitrag auf die Spuren des legendären Räuberhauptmanns Johann Georg Grasel.

Zum Beitrag:

Zur Nachlese: Schinder und Räuberhauptmann


Hitz, Harald: Johann Georg Grasel – Räuber ohne Grenzen. Waldviertler Heimatbund, Horn-Waidhofen an der Thaya 1999.
Platzgummer, Winfried; Zolles, Christian: J. G. Grasel vor Gericht. Die Verhörsprotokolle des Wiener Kriminalgerichts und des Kriegsgerichts in Wien. Waldviertler Heimatbund, Horn-Waidhofen an der Thaya 2013.

Digitalisierung & Heimatforschung

Im Blog des Museusmsmanagements NÖ gibt Redaktionsleiter Markus Holzweber einen kurzen Einblick in die digitalen Möglichkeiten im Bereich der Heimatforschung und stellt die Suchmöglichkeiten des WHB vor.

Zum Blogbeitrag

Buchpräsentation in Reinprechtspölla

Der Historiker Anton Distelberger präsentierte in Reinprechtspölla das in der Schriftenreihe des WHB erschienene Buch über den Waldviertler Archäologen Josef Höbart. Das Buch „Josef Höbarth (1891-1952) – Fährtenleser im Waldviertel“ ist auch im Online-Shop zu bestellen.

NÖN-Artikel

Leopold Winkelhofer, Obmann des Steinmetzmuseums, Autor Anton Distelberger und Mitautor Karlheinz Hulka, vom Waldviertler Heimatbund (v.l.) Foto: Eduard Reininger/NÖN