Neues Heft „Das Waldviertel“ (1/2026) mit einem Beitrag über verschwundene Siedlungen im Waldviertel
Stefan Strutz hat sich mit der Geschichte von verlassenen Dörfern und Siedlungen beschäftigt. Auf so manchem Grundstück am Rande eines Dorfes, das in unserer heutigen Zeit verbaut würde, stand vielleicht schon einmal ein Haus. Anhand dieser Wüstungen, die weitgehend vor 1500 verödeten, geht der Autor der Frage nach, wie Dörfer des Mittelalters wahrscheinlich aufgestellt waren. Bereits Walther von der Vogelweide beklagte in seiner Elegie „Ôwê, war sint verswunden alliu mîniu jâr?“ („O weh, wohin sind nur alle meine Jahre verschwunden?“) die damalige Siedlungsdynamik: Die Landschaft, die er aus seinen Jugendjahren als Kulturlandschaft kannte, erschien ihm später zerstört, gerodet oder übermäßig beansprucht.
Im ersten Teil seines Artikels über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner skizziert Martin Prinz dessen Werdegang zum Brigadeführer der Sturmabteilung (SA). Seine Radikalisierung begann im Jahr 1925 mit dem Eintritt in die Partei und einem Anschlag auf einen Zug. Neugschwandtner und andere Turner aus Himbert bewarfen die Fenster eines Schnellzuges nach Budapest, in dem sie Juden vermutet haben. Neugschwandtner war von Anfang an dabei, und am Ende, als es zum Anschluss an Deutschland ging, stand er an vorderster Front, was ihm großes Lob und eine steile Karriere in der SA einbrachte. Der zweite Teil erscheint in der nächsten Ausgabe (2/2026).
Alexander und Peter L. Reischütz weisen auf die dramatische Umgestaltung der Schnecken- und Muschelfauna – auch in unseren Breiten – hin. In Hochwassergenisten in der Horner Bucht konnten sie Ende 2024 zwar 89 Schnecken- und Muschelarten nachweisen, früher nachgewiesene häufige Arten fehlen oder sind nur mehr als korrodierte Schalen nachzuweisen. Sie kommen zum Schluss, dass alteingesessene Arten weniger und von eingeschleppten Arten verdrängt werden – mit Auswirkungen auf Mensch und Tier.
Thomas Hofmann widmet dem Geologen Reinhard Roetzel zu seinem 70. Geburtstag einen Beitrag. Als Vorzeigeprojekt der bilateralen Kooperation sei an die zweisprachige „Geologische Karte des Nationalparks Thayatal“ erinnert.
Kulturberichte, Buchbesprechungen, Leserservice und Mitteilungen ergänzen die 112 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über den Shop möglich.


