Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2023) spannt den Bogen von der Urgeschichte zur Zeitgeschichte

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Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ ist dem langjährigen Direktor des Krahuletz Museums Eggenburg, Dr. Johannes Tuzar, gewidmet. Als freudiger Anlass dient sein 65. Geburtstag, zu dem Kolleginnen und Kollegen sowie Freunde mit einem Beitrag gratulieren.

Gerhard Dafert und Susanne Stökl stellen die einleitende Würdigung unter den Titel „der archäologische Glücksritter“. Sie weisen damit darauf hin, dass der Zufall in Johannes Tuzars bisherigem Leben oft eine große Rolle gespielt hat.

Die vorliegenden Beiträge drehen sich naturgemäß stark um urgeschichtliche bzw. archäologische Themenfelder. Mit dem Mineral Korund beschäftigt sich Andreas Thinschmidt. Mit dem „heiligen“ Stein von Mitterretzbach setzen sich Fritz F. Steininger und Reinhard Roetzel auseinander. Sie zeigen auf, dass diese Steine durch marine Erosion im seichten Meeresbereich an einer Felsküste gebildet wurden. Da derartige runde bis ovale Vertiefungen in Festgesteinen selten und daher auch auffällig sind, erweckten sie sehr bald die Aufmerksamkeit der Menschen. Mythenbildungen waren die Folge und alsbald wurden auch Verbindungen mit göttlichen Einfluss hergestellt.

Zum Fundort der Aunjetitzer Kultur in Roggendorf-Steinleiten berichtet Franz Pieler, Awaren und frühkarolingerzeitliche Funde von der Heidenstatt und vom Burgstall Alteck stellt Martin Obenaus vor. Bernd Ernsting widmet sich der „Schädelschrift“ – den in Schädelknochen eingravierte Linien und Buchstaben. Über die Metallverarbeitung auf Burgen entlang des Manhatsbergzuges gibt Lukas Kerbler Auskunft. Alexander Sieghartsleitner beschreibt die Baugeschichte der Burg Feinfeld, Gernahrd Trnka ein Bronzebeil mit Marken und ein Team mit Doris Nagel, Thomas Filek und Johannes Tuzar analysieren das Tagebuch zur Fuchsen- bzw. Teufelslucke des Josef Bayer aus forschungsgeschichtlicher Perspektive.

Museale Themen behandeln Armin Lausegger und Sandra Sam mit ihrem Beitrag zu niederösterreichischem Sammlungsmobiliar. Friedrich Polleroß gibt Einblick in die Sonderausstellung „Biegler & Robitschek“ im Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla. Claude Daburon präsentiert den „Alexandriner-Schatz“ – eine Münzsammlung des Krahuletz Museums.

Der Bogen wird in diesem Heft von der Urgeschichte bis hin zur Zeitgeschichte gespannt. Hier geht Robert Streibel der Frage nach, wer den Marillenlikör in die Wachau gebracht hat. Bislang war dies mit dem Namen Bailoni verbunden, nunmehr auch mit dem Namen Oskar Wolter. Damit zusammenhängend kommen Thenen wie Judenverfolgung, Enteignung und Arisierung zur Sprache. Das Heft „Das Waldviertel“ 2/2023 in einem Umfang von 128 Seiten kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.