Neues Heft „Das Waldviertel“ (2/2026) mit einem Beitrag über den Neuanfang eines SA-Brigadeführers nach 1945 in Deutschland

Im zweiten Teil seines Artikels über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner skizziert Martin Prinz dessen weiteren Werdegang. Neugschwandtner wurde 1944 als SA-Brigadeführer zu einem ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes. Dieses Gericht führte Verfahren gegen Gegner der Nationalsozialisten, die oft das Todesurteil zur Folge hatten. Nach Kriegsende tauchte er in der Masse der Vertriebenen unter. Unter dem neuen Namen „Adolf Neumann“ beantragte er einen Vertriebenenausweis und kam nach Deutschland. In Bad Mergentheim engagierte er sich zusammen mit seiner neuen Frau Gertrude im örtlichen Sportverein. Adolf Neugschwandtner starb 1975 als Adolf Neumann.

Rudolf Siegfried Zappe widmet sich dem Rundtempel von Bad Großpertholz. Der Rundbau befindet sich rund 730 Meter nordöstlich des Schlosses. In der Literatur und auf Karten wird der Rundbau fast immer als „(Rund-)Tempel“, „Musentempel“ oder „historischer Pavillon“ beschrieben. Jedenfalls stellt er einen wichtigen Teil der regionalen Geschichte dar und erinnert an eine den Ort lange prägende adelige Familie der Hackelberg-Landau.

Die barocke Beziehungsgeschichte der beiden Stifte Plasy und Zwettl zeigt Andreas Gamerith auf. Das in der Zwettler Plansammlung erhaltene Idealprojekt Giovanni Biagio Santinis für das Kloster Plasy zählt dabei zu den bedeutendsten Belegen dieses Austausches und Ideentransfers. Zugleich ist es Indiz für ein reges, wenngleich (auch) kritisches Interesse der niederösterreichischen Abtei am ambitionierten Bauvorhaben des böhmischen Schwesterklosters.

Johann Ennser schildert den Werdegang von Propst Johann Schrimpf, der 1928 Pfarrer in Krems wurde. Gerade in dieser Zeit der Wirtschaftskrise war er als Pfarrer auch für die arme Bevölkerung gefordert. In der NS-Zeit wurde er das Ziel von Angriffen lokaler NS-Vertreter. Schikanen und Anzeigen richteten sich gegen den Pfarrer, Bosheitsakte und Sachbeschädigungen gegen Kirche und Pfarrhof.

Einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Waldviertel war die Glasherstellung und die Be- und Verarbeitung von Glas. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert war Harmanschlag einer der bedeutendsten Industrieorte des Oberen Waldviertels. Diesen Glasarbeiten widmet sich Josef Haidvogl.

An den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 40 Jahren erinnert Markus Holzweber. Am Beispiel der Berichterstattung in den Lokalmedien wurden die damals gesetzten Maßnahmen im Waldviertel beschrieben.

Im Rahmen der Hollabrunner Vorlesungen berichtete Robert Berger über den Superstar des Mittelalters, Walther von der Vogelweide. Kulturberichte, Buchbesprechungen und Leserservice ergänzen die 96 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website möglich.