Rechenbeispiel Alcaraz - Sinner: Wie die Quoten das Match bestimmen

Die Ausgangslage

Stell dir vor, du hast einen Wett-Spot, bei dem Alcaraz mit einer Quote von 1,80 und Sinner mit 2,20 gelistet ist. Hier beginnt das Zahlenchaos.

Der erste Rechenschritt

Um die implizite Wahrscheinlichkeit zu extrahieren, nimmst du den Kehrwert der Quote. Also 1 ÷ 1,80 ≈ 0,556 – das heißt, Alcaraz hat etwa 55,6 % Gewinnchance laut Buchmacher.

Der Gegenwert für Sinner

Für Sinner rechnet man 1 ÷ 2,20 ≈ 0,455 – also 45,5 %.

Warum das nicht die ganze Geschichte ist

Die beiden Wahrscheinlichkeiten summieren sich nicht zu 100 %. Stattdessen kommt ein Overround von rund 1,011 = 101,1 % heraus. Das ist das Haus, das sich einen kleinen Profit sichert.

Den Overround eliminieren

Hier kommt das eigentliche Handwerk ins Spiel: Du skalierst die Werte, sodass sie zusammen 100 % ergeben. Formel: (Einzelwahrscheinlichkeit ÷ Summe aller Einzelwahrscheinlichkeiten) × 100.

Alcaraz: (0,556 ÷ 1,011) × 100 ≈ 55,0 %.

Sinner: (0,455 ÷ 1,011) × 100 ≈ 45,0 %.

Die praktische Anwendung

Jetzt hast du die „fairen“ Wahrscheinlichkeiten. Wenn du glaubst, dass Alcaraz tatsächlich nur 50 % Chancen hat, dann ist die Quote zu hoch – das ist Value.

Um das zu prüfen, setze deine eigene Quote: 1 ÷ 0,50 = 2,00. Im Vergleich zur Buchmacher-Quote von 1,80 ist das ein klarer Hinweis, dass hier ein lukrativer Einsatz möglich ist.

Ein Beispiel aus der Praxis

Du willst 100 € setzen. Bei einer Buchmacher-Quote von 1,80 würdest du 55,6 € Risiko haben, um 100 € Gewinn zu erzielen. Bei deiner eigenen Einschätzung (0,50) würdest du 100 € riskieren, um 200 € zu erhalten – das ist das doppelte Risiko-Ertrags-Verhältnis.

Der entscheidende Move

Hier ist das eigentliche Fazit: Berechne immer die impliziten Wahrscheinlichkeiten, korrigiere den Overround und vergleiche sie mit deiner eigenen Prognose. Wenn du einen Unterschied siehst, setze.

Und übrigens, für ein tieferes Verständnis schau dir das Rechenbeispiel Alcaraz Sinner an.